Arbeiten mit dem Vertec MCP Server
Ab Version 6.8.0.21 bietet Vertec den Vertec MCP Server an.
MCP (Model Context Protocol) ist ein offener Standard für die Anbindung von AI-Anwendungen an externe Systeme. Mit dem Vertec MCP Server können AI-Clients wie Claude oder ChatGPT eine Verbindung zu Vertec herstellen und sowohl strukturierte Daten abfragen als auch Aufgaben in Vertec ausführen wie z.B. neue Objekte zu erzeugen.
Der Vertec MCP Server läuft zusammen mit jeder Vertec Instanz im Vertec Cloud Server. Der MCP selber ist eine Zwischenschicht, die gegen aussen Tools (und die Texte dazu) publiziert, Anfragen entgegennimmt, und diese intern an die Vertec Webservices weiterleitet. Er macht also grundsätzlich nichts, was man nicht auch über das REST API machen könnte, und ist in der Verarbeitung der Daten auch nicht schneller. Es ist nicht geeignet, um grosse Objektlisten zu verarbeiten, und möchte man Kennzahlen analysieren damit, ist die Lizenzierung des Business Intelligence Moduls dringend empfohlen. Der Unterschied liegt darin, dass man damit strukturierte Vertec Daten (inklusive via Customizing selbst erstellte Klassen, Zusatzfelder und Linktypen) an ein AI-System anbinden und mittels AI analysieren kann.
Der Vertec MCP Server hat Kenntnisse vom Vertec Modell, was es ermöglicht, strukturierte Daten in Vertec abzufragen. Das bedeutet, dass die Abfragen aufgrund des Modells erfolgen, und nicht wie bei einem LLM / RAG System aufgrund von Textinhalten. Die folgende Grafik zeigt das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten auf:

Die verfügbaren Tools im Vertec MCP Server werden über sogenannte MCP Konnektoren verbunden. Siehe dazu den Abschnitt Verbindung zu Vertec herstellen.
Der Vertec MCP Server ist Teil des Vertec Cloud Servers und läuft grundsätzlich, wenn der Cloud Server läuft. Er wird jedoch erst wirklich gestartet, wenn der erste Zugriff erfolgt, um Ressourcen zu sparen bei Nichtverwendung. Beim Betrieb von Vertec On-Premises kann der MCP Server auch ganz ausgeschaltet werden im Vertec.ini - File.
Die Kenntnisse des Vertec MCP Servers über das Vertec Modell werden gesteuert durch den Vertec Webservice namens ModelMetadata. Dieser muss aktiv sein, damit mit dem Vertec MCP Server gearbeitet werden kann. Die Anfragen an die Daten werden vom Vertec MCP Server intern via Vertec REST API gestellt. Deshalb muss auch der Webservice REST aktiv sein.
Die Authentisierung des Vertec MCP Servers gegenüber Vertec erfolgt via OAuth2, der Vertec Cloud Server fungiert dabei als OAuth Server. Dafür gibt es in den Systemeinstellungen Authentisierung folgende Parameter:
code_challenge Parameter im Authorize Request mitschickt). HTTPS-Adressen handeln, ansonsten wird eine Warnung ausgegeben beim Herstellen der Verbindung.
https://claude.ai/api/mcp/auth_callback.
Der Vertec MCP Server wird mit folgenden Standardwerten ausgeliefert, so dass Benutzer gleich loslegen können:
Die Verbindung von aussen erfolgt über die URL, unter der Ihr Vertec von aussen erreichbar ist, gefolgt von /mcp, z.B.:
https://meinefirma.vertec-cloud.com/mcp
Diese URL wird im externen System als Datenquelle hinterlegt, zusammen mit der OAuth2 Client ID oder via Dynamic Client Registration (DCR) über den Endpunkt /register generiert werden.
https://meinefirma.vertec-cloud.com/register. Erst dann kann oben DCR als Registrierungsmethode ausgewählt werden. Bei der Verwendung des AI Clients werden die obigen Informationen als Konnektoren eingetragen. Dazu kann folgender Artikel zu benutzerdefiniertem Connector herangezogen werden.
Dann wird die Verbindung zu Vertec aufgebaut.
Falls der Benutzer noch nicht an Vertec angemeldet ist, wird er nun wie gewohnt angemeldet. Beim OAuth-Flow gelangt man immer zu einer Anmeldemaske, selbst wenn der Benutzer im gleichen Browser in Vertec bereits angemeldet ist. Die aktuelle Session wird nicht verwendet.
Um Anfragen an den Vertec MCP Server stellen zu können, muss er in Vertec über die Berechtigung MCP verfügen. Dadurch werden keine zusätzlichen Rechte gewährt, es gelten die gleichen Rechte wie beim Zugriff über ein UI.
Es wird eine Meldung angezeigt, die den User über die dem externen System zu erteilenden Berechtigungen informiert:

Dies kann bestätigt oder abgelehnt werden:
HTTPS und entspricht diese nicht wie in den Systemeinstellung angegeben, wird folgende Warnung ausgegeben:
Dem Vertec MCP Server steht ein reduziertes Vertec Modell zur Verfügung. Es wird also nicht das gesamte Modell wie im Vertec Model Browser ersichtlich exportiert, sondern nur die für eine Datenabfrage wichtigsten Klassen.
Ausserdem werden alle Klassen, für die es einen Eintrag in den Klasseneinstellungen gibt, ebenfalls berücksichtigt, da wir dort davon ausgehen, dass diese für die Kunden relevant sind. Wichtig ist es, in den selbst erstellten Klasseneinstellungen, Zusatzfeldern und Custom-Link-Typen im Bemerkungsfeld eine Beschreibung (Description) zu erfassen, damit die AI bei einer Anfrage weiss, worum es sich dabei handelt.
Gesteuert wird das durch den Vertec Webservice namens ModelMetadata, wo auch der entsprechende Code eingesehen werden kann. Exportiert werden wichtige Klassen, die auf der Whitelist stehen, sowie sämtliche Klassen, für die Klasseneinstellungen existieren.
Sobald die Verbindung im externen System wie Claude, OpenAI oder ChatGPT zum Vertec MCP Server steht, können Anfragen in gewohnter Textform an Vertec gestellt werden. Es können sowohl Daten abgefragt als auch neue Objekte in Vertec erstellt werden.
Beispiel einer Anfrage an Vertec (mit lizenziertem Business Intelligence Modul) mit Anthropic Claude:

Einen weiteren Einblick in die Möglichkeiten der Kommunikation mit dem Vertec MCP Server erhalten Sie im folgenden Video: