Umweltmanagement bei Vertec

21.07.2026
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Umweltmanagement schafft Klarheit über unsere Wirkung

Eine Softwarelösung verursacht auf den ersten Blick kaum sichtbare Umweltauswirkungen. Keine Produktionshallen, keine Lieferketten mit grossen Warenströmen, keine physischen Produkte. Doch auch ein Softwareunternehmen hinterlässt einen ökologischen Fussabdruck – etwa durch Energieverbrauch, Mobilität oder Abfall.

Mit der Einführung des Umweltmanagements bei Vertec ging es deshalb zunächst darum, Transparenz zu schaffen: Wo entstehen tatsächlich Umweltauswirkungen? Welche Bereiche können wir beeinflussen? Und welche Massnahmen erzielen eine echte Wirkung?

Vertec ist nach ISO 14001 zertifiziert. Für Ute Heimann steht dabei nicht das Zertifikat im Vordergrund, sondern die Frage, was sich daraus konkret ableiten lässt. Was Umweltmanagement bei Vertec konkret bedeutet, welche Erkenntnisse wir daraus gewonnen haben und welche Massnahmen daraus entstanden sind, erzählt sie im Gespräch. Ute ist Umweltmanagementbeauftragte sowie Leiterin Produktkonfiguration bei Vertec.

Ute, was begeistert dich an deiner Rolle als Umweltmanagementbeauftragte?

Ute Heimann: Mich begeistert, dass wir Umweltmanagement als gemeinsame Aufgabe im Unternehmen verstehen. Ich finde es wichtig, dass wir uns mit den Auswirkungen unseres Handelns auseinandersetzen und nicht einfach davon ausgehen, dass die Verantwortung für unsere Umwelt jemand anderes übernimmt.

Spannend finde ich vor allem die Analyse unserer Umweltauswirkungen und die Möglichkeit, konkrete Verbesserungen anzustossen. Dabei verfolgen wir bewusst einen sachlichen und datenbasierten Ansatz. Wir wollen verstehen, wo unsere tatsächlichen Umweltauswirkungen liegen und dort Verbesserungen erreichen und nicht einfach Massnahmen umsetzen, die gut aussehen, aber wenig bewirken.

Welche Massnahmen konnten wir bereits umsetzen?

Ute Heimann: Zunächst haben wir viele Daten erhoben, um zu verstehen, wo unsere grössten Hebel liegen. Anschliessend haben wir analysiert, welche Bereiche wir überhaupt beeinflussen können.
Daraus sind verschiedene Massnahmen entstanden. So haben wir beispielsweise wiederverwendbare Behälter eingeführt, die Mitarbeitende für ihr Mittagessen nutzen können. Zudem kompensieren wir sämtliche Flugreisen über Sustainable Aviation Fuel (SAF).

Welche Wirkung haben diese Massnahmen erzielt?

Ute Heimann: Unsere Abfallmenge ist zurückgegangen: Wir konnten die Anzahl unserer Abfallsäcke von 190 auf 159 pro Jahr reduzieren. Das entspricht rund 16 Prozent weniger Abfall. Ein schöner Erfolg und ein Zeichen dafür, dass auch kleine Veränderungen im Alltag Wirkung zeigen.

Bei Flugreisen gehen wir durch die SAF-Kompensation von rund 80 Prozent reduzierten Emissionen aus. Gleichzeitig habe ich mich intensiv mit verschiedenen Kompensationsansätzen beschäftigt. Dabei wurde deutlich, dass die Wirkung je nach Ansatz unterschiedlich zustande kommt.

So wäre es beispielsweise auch möglich, CO₂-Zertifikate zu erwerben. Die Wirkung entsteht dort aber eher indirekt über langfristige Markteffekte. Es ist nicht so, dass ein Zertifikat, das vom Markt genommen wird, unmittelbar zu weniger Emissionen führt. Diese Zusammenhänge besser zu verstehen, fand ich besonders spannend.

Die grössten Auswirkungen entstehen durch Mobilität

Eine Erkenntnis sticht für Ute besonders hervor: Die grössten Umweltauswirkungen entstehen nicht dort, wo viele sie vermuten würden.

Für ihre Analysen hat sie verschiedene Bereiche in CO₂-Äquivalente umgerechnet – vom Stromverbrauch über die Abfallentsorgung bis hin zu Transportwegen. Das Ergebnis ist eindeutig: Transport verursacht mit Abstand die grössten Umweltauswirkungen. «Selbst mit der SAF-Kompensation gehören Flugreisen weiterhin zu unseren grössten Emissionsverursachern», sagt Ute. «Das finde ich wirklich erstaunlich.»

Mehr als ein Zertifikat

Das Umweltmanagement bei Vertec schafft vor allem eines: Klarheit. Es zeigt, wo die grössten Auswirkungen liegen, welche Massnahmen sinnvoll sind und wo noch Herausforderungen bestehen.
Nicht jede Verbesserung ist sofort möglich, aber die Grundlage für bewusste Entscheidungen ist geschaffen.

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