Runden in Vertec

Die Werte in Vertec werden immer auf den bei der Währung angegebenen Rundungsschritt gerundet. Beim Runden kann es zu Abweichungen kommen: Wenn die einzelnen Zahlen zuerst gerundet und dann summiert werden, ergibt das einen anderen Betrag, als wenn die Einzelzahlen ungerundet summiert werden und dann der Endbetrag gerundet wird.

Für dieses Problem gibt es keine Lösung. Es gibt verschiedene Rundungsregeln, welche aber definitionsgemäss alle Abweichungen erzeugen. Dafür gibt es folgende Systemeinstellungen:

Systemeinstellungen Projekt / MandatBedeutung
Kaufmännische Rundungsregeln verwenden Möchten Sie anstelle der mathematischen Rundung die kaufmännische Rundungsregel verwenden, stellen Sie diese Systemeinstellung Kaufmännische Rundungsregeln verwenden auf JA. Ab Vertec Version 5.7.0.20.
Stundensätze nicht runden Erlaubt die Angabe von Ansätzen bei Leistungen mit bis zu 4 Nachkommastellen (in der Tariftabelle und allen anderen Erfassungsfeldern für Stundensätze).
MWST auf Auslagen und Spesen runden Mit dieser Systemeinstellung kann kann angegeben werden, ob die MWST auf einzelnen Spesen und Auslagen gerundet werden soll oder nicht.

Wie sie sich auswirken, wird hier nachfolgend an Beispielen erklärt. 

Kaufmännische Rundungsregeln verwenden

Die in der Schweiz oft gebräuchliche kaufmännische Rundungsregel ("Rappenrundung") mit dem Spezialfall des Rundens auf 5 Rappen bzw. Cents bei Geldbeträgen weist eine hohe Verzerrung auf und die Summe der gerundeten Einzelwerte ist höher als bei den meisten mathematischen Rundungsregeln (siehe Artikel auf Wikipedia). Vertec verwendet daher die unverzerrte oder mathematische Rundung (Round-to-even Regel), weil diese mathematisch am wenigsten Verzerrungen aufweist (siehe Artikel auf Wikipedia).

Möchten Sie statt der mathematischen Rundung die kaufmännische Rundungsregel verwenden, stellen Sie die Systemeinstellung Kaufmännische Rundungsregeln verwenden auf JA.

Systemeinstellungen Projekt / MandatWert
Kaufmännische Rundungsregeln verwenden Ja

Die mathematische Rundung nach dem round-to-even Verfahren rundet so, dass beispielsweise .425 auf .42 abgerundet aber .435 auf .44 aufgerundet wird. Die kaufmännische Rundung oder round-to-nearest  rundet den 5-er immer auf, das heisst .425 -> .43 und .435 -> .44.

Die Einstellung wird angewendet bei folgenden Geld-Beträgen (bei Rundungen nur für die Darstellung oder bei Zeitangaben wird immer die mathematische Rundung verwendet):

  • Alle Geldbeträge auf Rechnungen und RechnungsTotalen.
  • Alle Geldbeträge auf Vorschüssen und RechnungVorschussLink.
  • WertBearbeiter und WertKosten auf der Leistung.
  • Berechnung von Lohn und Gemeinkosten in den Bearbeitervorgaben.

Sowie beim Runden von Leistungen, Spesen und Auslagen gemäss nachfolgenden Angaben.

Stundensätze runden (Vertec Standardeinstellungen)

Systemeinstellungen Projekt / MandatWert
Stundensätze nicht runden Nein
Kaufmännische Rundungsregeln verwenden Nein

1.50 Stunden à 118.75 = 178.125

Diese 178.125 werden in Vertec auf 178.10 gerundet. Die Summierung mehrer solcher Werte führt zu Differenzen:

2x 178.125 = 356.25 aber 2x178.10 = 356.20

Dies wird vor allem bei Leistungslisten zu Rechnungen sichtbar: Wird zum Beispiel auf den einzelnen Leistungen gerundet, ergibt das im Resultat Abweichungen, die Summe entspricht dann nicht mehr dem Wert, wenn man die einzelnen Posten zusammenzählt.

In diesem Beispiel gibt es schöne Honorarbeträge, aber die Summe entspricht nicht mehr dem Total: 6 Stunden à 118.75 ergibt 712.50, und nicht wie dargestellt 712.40. 8% MWST auf diesem Betrag ausgerechnet ergibt 56.992, während sie auf dem Originalbetrag ausgerechnet genau 57 ergeben würde.

Nach kaufmännischen Rundungsregeln

Systemeinstellungen Projekt / MandatWert
Stundensätze nicht runden Nein
Kaufmännische Rundungsregeln verwenden Ja

Stundensaetze gerundet kaufmaennisch.png

Hier im Beispiel sieht man, dass der Honorarbetrag nicht wie oben abgerundet wird auf 178.10, sondern aufgerundet auf 178.15. Die Summe ergibt dann 712.60 (statt 712.50 wie direkt ausgerechnet). Dadurch beträgt die MWST (8%) dann 57.008, also 57.01.

Stundensätze nicht runden

Die Systemeinstellung Stundensätze nicht runden (bei Verwendung als Bruttoansätze) erlaubt die Angabe von Ansätzen mit bis zu 4 Nachkommastellen (in der Tariftabelle und allen anderen Erfassungsfeldern für Stundensätze) und verhindert das Runden der Wertbeträge (wenn Sie z.B. in der Leistungsliste trotzdem nur zwei Nachkommastellen sehen, dann stellen Sie in den Listeneinstellungen den Renderer auf dbmTim.AnsatzRenderer).

Systemeinstellungen Projekt / MandatWert
Stundensätze nicht runden Ja

Hier im Beispiel werden die Honorarbeträge nicht gerundet dargestellt. Die Summe stimmt dann nicht überein (4 x 178.13 = 712.52), aber das Total stimmt und damit wird auch die MWST (8%) richtig berechnet.

MWST auf Spesen und Auslagen runden

Bei Spesen und Auslagen kann angegeben werden, ob die MWST auf den einzelnen Spesen und Auslagen gerundet werden soll oder nicht. Dies geschieht mittels der Systemeinstellung MWST auf Spesen und Auslagen runden.

Ist die Systemeinstellung Kaufmännische Rundungsregeln verwenden auf Ja, dann werden diese dabei angewendet.

Beträge gerundet

spesen_mwst_runden.png

Hier sehen die Beträge gut aus, es gibt aber bei fast allen Einträgen minimale Abweichungen im Rappen- bzw. Centbereich. Dadurch stimmt das Total nicht ganz: 8% MWST von 1'715.10 = 137.20.

Beträge nicht gerundet

spesen_mwst_nichtrunden.png

Hier stimmen die Beträge in sich, werden aber auf den Rappen bzw. Cent genau angezeigt. Das Total beläuft sich so auf 1715.08, die 8% MWST auf 137.21. Rundet man diese Beträge im Nachhinein, also z.B. auf der Rechnung, dann stimmt die Summe der Liste nicht mehr mit dem Endbetrag überein.


24.04.2009 | 12.04.2016: Die Werte in Vertec werden immer auf den bei der Währung angegebenen Rundungsschritt gerundet.
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