Vorschussabzug brutto / netto

Wenn Vorschüsse dazu verwendet werden, mehrere einzelne Rechnungen zu einer Sammelrechnung zusammenzufassen, wird die MWST auf jeder Teilrechnung separat gerundet. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass die MWST auf der Sammelrechnung wegen der Rundungsdifferenzen nicht aufgeht. Das kann der Fall sein sowohl bei Netto- als auch bei Bruttovorschüssen, wobei die Vorschüsse, die zu einer Rechnung zusammengefasst werden, jeweils alle gleich sein sollten, also alle brutto oder alle netto.

Vorschussabzug auf der Rechnung

Die Netto/Brutto Angabe auf dem Vorschuss gibt an, ob bei Abzug auf einer Rechnung der Vorschussbetrag mit oder ohne MWST zum Vergleich herangezogen werden soll.

Bei Nettovorschüssen werden die Nettobeträge der abgezogenen Vorschüsse mit dem Nettobetrag der Rechnung verglichen, um festzustellen, ob der Rechnungsbetrag ausgeglichen wurde. Bei Bruttovorschüssen erfolgt der Vergleich auf den Brutto-Werten. Es gilt:

Vorschuss als Netto erfasst -> Vergleich von Nettobetrag.
Vorschuss als Brutto erfasst -> Vergleich von Bruttobetrag.

Die entstehenden Rundungsdifferenzen werden je nachdem dem Brutto- bzw. dem Nettobetrag des letzten Vorschusses zugerechnet. Die Sammelrechnung ist somit immer ausgeglichen, beim letzten Vorschuss kann der MWST-Betrag jedoch abweichen.

Beispiel für Bruttovorschüsse

Ein Anwendungsbeispiel für Brutto-Vorschüsse ist die Abbildung von Vorauszahlungen, die auf einmal anfallen, aber nach und nach abgerechnet werden. Beispielsweise bezahlt der Kunde einen Jahresbetrag für Wartungskosten über 12'000.- Diese verstehen sich inkl. MWST. Die Wartungskosten werden ihm in einer Rechnung in Rechnung gestellt, nachher aber quartalsweise abgerechnet. In diesem Fall werden vier Brutto-Vorschüsse über CHF 3'000.- erfasst und jeweils einer der Vorschüsse pro Quartal abgezogen.

Beispiel für Nettovorschüsse

Ein Gesamtprojekt beläuft sich über CHF 45'000.- Die erste Rate ist fällig bei Vertragsabschluss, die zweite bei Einführung und die dritte nach der Abnahme des Projekts durch den Kunden.

Dabei wird bereits bei der Rechnungsstellung für jede Rate ein Vorschuss erstellt und jeweils separat in Rechnung gestellt, zuzüglich MWST. Die einzelnen Ratenvorschüsse müssen zusammen genau den Projektbetrag ergeben. Eine solche Aufteilung ist im Allgemeinen nur möglich, wenn der Nettobetrag der Rechnung auf die Raten aufgeteilt wird.

Netto-Vorschüsse nur in Ausnahmefällen verwenden

Netto-Vorschüsse sollten nur in Ausnahmefällen verwendet werden, wenn ein Vorschuss wie oben beschrieben auf mehrere Rechnungen aufgeteilt wird und deshalb bei der Mehrwertsteuer Rundungsdifferenzen zu erwarten sind. Für alle anderen Fälle sind Netto-Vorschüsse nicht geeignet: Bei der Netto-Methode werden beim Abzug von Vorschüssen immer die Beträge exklusiv Mehrwertsteuer miteinander verglichen. Die Mehrwertsteuer wird dann anschliessend auf dem gesamten Nettobetrag des Vorschusses dazugerechnet, obwohl es ja sein kann, dass z.B. ein Teil der im Nettobetrag enthaltenen Leistungen gar nicht mehrwertsteuerpflichtig ist. Schwierigkeiten gibt es auch, wenn ein Vorschuss mit 7.6% in Rechnung gestellt worden ist und dann aber auf einer Rechnung mit 8% abgezogen werden soll.

Kunden, die irrtümlich Nettovorschüsse erfasst haben, wo eigentlich Brutto-Vorschüsse korrekt wären, müssen dies allenfalls nachträglich korrigieren: So lange die Mehrwersteuersätze von Rechnung und Vorschuss gleich sind, ist dies kein Problem; weichen die Sätze allerdings voneinander ab, müssen die Nettovorschüsse korrigiert werden. Kontaktieren Sie in diesem Fall ihren Vertec-Betreuer.


25.05.2007 | 21.03.2011: Verwendung von Netto-Vorschüssen in Ausnahmefällen dokumentiert.