Performance im Netz

Wenn Sie annehmen, dass auftretende Performance-Probleme nicht von Ihrer Vertec-Konfiguration verursacht werden - siehe dazu den Artikel Performance - könnte die Ursache zum Beispiel auch ein Netzwerkproblem sein. Nachfolgende Angaben sollen Ihnen helfen, dem Problem auf die Spur zu kommen.

Einflussfaktoren für Netzwerk- und Serverperformance sind:

  • Serverauslastung
  • Netzwerkbandbreite
  • Latenz

Serverauslastung

Entspricht Ihr Server den Anforderungen?

Verwenden Sie eine ältere Firebird Version? In diesem Fall könnte es helfen, auf Firebird 3.0 umzustellen, da Firebird 3.0 als erste Firebird Version multiprozessorfähig (SMP) ist.

Die Performance auf dem Server kann auch durch andere Services, Firewalls, Virenscanner etc. beinflusst werden. Netzwerkprobleme sind in der Regel komplex. Um solchen Schwierigkeiten auf den Grund gehen zu können, braucht es einen Netzwerkspezialisten, der mit Tools wie z.B. dem Netzwerkanalyseprogramm WireShark herausfinden kann, wodurch die Probleme verursacht werden.

Die Erfahrung zeigt, dass Vertec auf einem Small Business Server nicht performant genug läuft. Das Problem ist dabei nicht der Small Business Server, sondern der (damit mitgelieferte) Exchange-Server, welcher den Speicherplatz fast vollständig für sich beansprucht und die CPU auslastet. Dabei spielt die Grösse des Speicherplatzes keine Rolle. Vertec sollte deshalb nicht auf dem gleichen Server wie ein Exchange-Server installiert werden.

Wahl des Datenbankservers

  • Bei Installationen bis ca. 50-100 Usern ist Firebird 3.0 die beste Wahl, da sehr performant und in der Administration sehr einfach, z.B. bezüglich Backup. Ab Version 6.1 wird Vertec standardmässig mit Firebird 3.0 ausgeliefert.
  • Ab 100 Usern oder bei besonderen Anforderungen bezüglich der Performance kann der Einsatz eines Microsoft SQL-Server in Erwägung gezogen werden. Dieser skaliert bei sehr vielen gleichzeitigen Usern und Transaktionen sehr gut.

Desktop Clients

Netzwerkbandbreite

Eine hohe Netzwerkbandbreite wirkt sich sicher positiv auf die Performance aus, wesentlicher für den schnellen Betrieb von Vertec ist jedoch die Latenz des Netzwerks.

Latenz

Vertec macht bei der Verarbeitung der Business-Logik relativ viele Einzelzugriffe über das Netzwerk und reagiert deshalb empfindlich auf lange Antwortzeiten (Latenz). Vertec läuft in diesen Fällen langsamer, da der Client bei jedem einzelnen Paket auf Antwort wartet. Dies kann auch bei ansonsten sehr schnellen Leitungen (hohe Netzwerk-Bandbreite) problematisch sein. Wenn die Pakete unterwegs bei einer Station (z.B. einem fehlkonfigurierten Switch) aufgehalten werden, nützt es nichts, wenn die Wege dazwischen schnell sind. Ein Indikator für hohe Latenz ist, wenn die Antwortzeiten bei Pings durchschnittlich grösser als 1 Millisekunde sind.

Cloud Clients

Bei den Cloud Clients (Cloud App und Web App) ist es für die Performance am Besten, wenn der Cloud Server so nahe wie möglich am Datenbankserver ist, mit tiefer Latenz und hoher Bandbreite.

Vertec in WAN Systemen

Greift der Client via VPN auf den Server zu (WAN), ist die Latenz entscheidend. Vertec lässt sich via VPN betreiben, Voraussetzung ist dafür der Einsatz von MS SQL-Server oder der Einsatz von Firebird 3.0, mit welchem sich ebenfalls ansprechende Resultate erzielen lassen. Der Einsatz von Vertec im WAN mit Firebird Versionen unter 2.5 ist nicht möglich, da diese Version noch nicht für hohe Latenzzeiten optimiert ist.

Hier empfiehlt sich der Einsatz von Cloud Clients, da diese im WAN performanter sind; auf Windows zum Beispiel die Cloud App.


29.11.2010 | 05.12.2015: Artikel umgeschrieben und erweitert. An Vertec 6.1 angepasst.
Produktlinien: Diverse