Vertec auf Linux

Die Vertec Firebird Datenbank kann grundsätzlich unter Linux installiert werden. Die Vertec Services Web, XML und Notif sind aber reine Windows-Services und benötigen einen Windowsserver. Die Vertec Clients laufen ausschliesslich unter Windows. Die Vertec Weberfassung läuft in einem Standardwebbrowser unabhängig vom Betriebssystem.

Aufsetzen der Firebird Datenbank auf Linux

Von Firebird gibt es jeweils zwei Arten von Server für Linux:

  • Classical Server (CS)

    bei dieser Serverarchitektur wird für jede Verbindung ein eigener Prozess gestartet. Das Starten der Client Prozesse erfolgt über den Linux Standard Daemon inetd. Unter Linux ist dies die einfachste Möglichkeit, Firebird zu betreiben. Die mit Firebird installierte IBOConsole funktioniert aber nur mit der Super Server Version.

  • Super Server (SS)

    bei der Super Server Architektur läuft ein zentraler Serverprozess von Firebird. Dieser behandelt Client Anfragen und startet für jede Anfrage einen neuen Thread. Dieser Modus wurde für Windows geschaffen, welches neue Prozess nur sehr ineffizient handhabt. Neuerdings gibt es Super Server auch für Linux, gewöhnlich besteht aber kein Bedarf dafür.

Die Downloads sind jeweils mit den Kürzeln SS oder CS gekennzeichnet.

Empfohlen wird die Verwendung der Classical Server (CS) Architektur unter Linux.

Download Files sind via Sourceforge erhältlich:

http://sourceforge.net/project/showfiles.php?group_id=9028&package_id=12460

Am Besten den neuesten Release der Version 2 verwenden. Die Binary Packages für Firebird liegen als GZIP File oder als rpm Package vor. Für die meisten Linux Distributionen eignet sich die rpm Package am Besten. Details zur Verwendung des rpm Tools gibts mit man rpm.

Vorgehen:

  1. Download einer Firebird rpm Package für Linux

    Für die Installation des Firebird Servers muss man sich als root unter Linux anmelden.

    Download der aktuellsten Version von Firebird für Linux von der Sourceforge Site.

    Falls eine grafische Oberfläche vorhanden ist, kann der Download mittels eines Webbrowsers erfolgen (Mozilla, Konqueror, etc.).

    Bei Shell Zugriff eignet sich ein Download Tool wie wget oder lwp-download.

    Die genaue URL des Downloads beschafft man sich am Besten via einen Webbrowser auf einem anderen Rechner. Die URL kann dann kopiert (ctrl-v) und im Shell Fenster eingefügt werden (üblicherweise mit rechter Maustaste).

    Beispiel::

    lwp-download http://heanet.dl.sourceforge.net/sourceforge/firebird/Firebird CS-1.5.0.4201-RC8.i686.rpm

  2. Installation der rpm Package

    Die rpm Package wird mittels

    rpm -i FirebridCS-15.0.4201-RC8.i686.rpm

    (richtigen Filenamen einsetzen) installiert.

    Der Zielpfad der Installation ist /opt/firebird.

    Anschliessend kann überprüft werden, ob an der Stelle etwas installiert wurde.

    Es gibt dort auch nützliche Readme Files wie /opt/firebird/doc/README.user.troubleshooting.

  3. Funktionstest lokal

    Ein kleiner Test ohne Netzwerkverbindung soll zeigen, ob Firebird korrekt installiert wurde.

    Zuerst wechseln wir ins Unterverzeichnis Examples:

    cd /opt/firebird/examples

    Nun rufen wir das isql Tool auf:

    /opt/firebird/bin/isql

    Es erscheint ein SQL> Prompt.

    Nun verbinden wir uns mit der Demo Datenbank employee.fdb:

    connect employee.fdb;
    (das ; am Schluss ist wichtig).

    Falls keine Fehlermeldung erschienen ist, können wir eine Testabfrage machen:

    select * from country;

  4. SYSDBA Password setzen

    Die Installation generiert automatisch ein zufälliges Passwort für den Administrator user SYSDBA. Dieses Passwort findet sich im File /opt/firebird/SYSDBA.password.

    Das Password sollte auf das von Vertec verwendete Passwort gesetzt werden.

    Aendern des Passwortes der Datenbank geschieht kann mittels gsec geschehen. Starten Sie gsec in /opt/firebird/bin und geben Sie modify SYSDBA -pw passwortneu ein.

  5. Test übers Netz

    Ein Netzwerktest kann von der Linux command line erfolgen wie in Abschnitt 3, ausser dass:

    connect localhost:/opt/firebird/examples/employee.fdb;

    angegeben wird.

    Vom Windows Client kann ein Test via IBOConsole (Firebird Client Programm) erfolgen, welche mit Vertec mitgeliefert wird.

  6. Vertec Konfiguration

    Die Vertec Programmdaten müssen auf dem Server liegen. Am einfachsten macht man auf einem Client einen Server-Setup und gibt als Installationspfad das Server-Laufwerk an. Firebird muss dabei nicht installiert werden, dieses muss manuell auf dem Linux-Server installiert werden (siehe oben).

    Auf den Client Rechnern sollte ein Vertec Client Setup erfolgen, Das Server Verzeichnis muss angegeben werden. Beim Client Setup sollte der Firebird Client Setup ausgewählt werden.

    Die Vertec Datenbank Vertec.fdb muss auf dem Linuxrechner liegen. Das File Vertec.fdb muss für den User firebird Les- und schreibbar sein. Am Besten setzt man den firebird Benutzer als owner des Files:

    chown firebird Vertec.fdb

    falls der owner nicht Schreib- und Leserechte hat, muss noch:

    chmod u+rw Vertec.fdb

    ausgeführt werden.

    Im Vertec.ini File der Vertec Installation muss die Datenbank Konfiguration angepasst werden. Die Zeilen für User name und Password sollten unverändert bleiben:

    [Database]
    Driver=INTRBASE
    Server Name=server:/pfad/Vertec.fdb

    Vertec sollte nun gestartet werden können.

  7. Netzwerk Troubleshooting

    Eigentlich sollte beim Installieren der rpm Package alle Konfigurationseinträge automatisch geschehen. Falls der Netzwerkzugriff nicht funktioniert, sollte folgendes überprüft werden. /etc/services muss folgende Zeile enthalten:

    gds_db 3050/tcp # Firebird SQL Database Remote Protocol

    Der rpm Installer unterstützt als IP Daemon entweder inetd oder xinetd (moderner und sicherer).

    Falls der Pfad /etc/xinetd.d vorhanden ist, wir davon ausgegangen, dass xinetd verwendet wird.

    Dies ist eine mögliche Fehlerquelle, denn selbst bei Verwendung von inetd ist es möglich, dass dieses Verzeichnis vorhanden ist, und es würde dann nur die xinetd Konfiguration und nicht die von inetd vorgenommen.

    Deshalb hier die Konfiguration von inetd manuell:

    Das File /etc/inetd.conf muss folgende Zeile enthalten:

    gds_db stream tcp nowait.30000 firebird/opt/firebird/bin/fb_inet_server fb_inet_server


16.01.2004 | 30.09.2014: Begriffe angepasst, Links eingefügt.