Der Report "Überzeitauswertung"

Vertec macht generell keine Unterscheidung zwischen Über- und Mehrzeit. Das bedeutet: Alles, was über die Sollzeit hinausgeht, wird im Vertec als Überzeit ausgewiesen. Sie können zur Berechnung der Mehrzeit eine Überzeitschwelle angeben (siehe nächsten Abschnitt). Aber auch wenn eine Überzeitschwelle angegeben ist, hat dies keinen Einfluss auf beispielsweise die Überzeit auf Uebersicht Leistungen oder auf Vorgaben. Auch der Überzeitvortrag erfolgt ohne Berücksichtigung dieser Angabe, überträgt also die volle Zeit, die über die Sollzeit hinausgeht.

Unterschied zwischen Überzeit und Mehrzeit

Für die Unterscheidung von Überzeit und Mehrzeit braucht es eine sogenannte Überzeitschwelle. Die Überzeitschwelle beschreibt die Grenze der wöchentlichen Höchstarbeitszeit (z.B. 45 Std/Woche). Ab dann beginnt die Überzeit. Die Zeit zwischen wöchentlicher Sollzeit und der Überzeitschwelle ist die Mehrzeit.

In den Systemeinstellungen > Sektion Allgemein, gibt es ein Property namens Wochen Ueberzeitschwelle. Dort kann eine Überzeitschwelle angegeben werden.

Ein Projektbearbeiter hat ein derived Attribute namens AuswertJahre. Das ist eine derived Liste, welche Objekte vom Typ BearbeiterAuswertJahr enthält. Dort drauf hat es die Attribute Mehrzeit und Überzeit.

Die Auswertungsobjekte liefern monatliche Zahlen. Das ist etwas verwirrend, weil ja die Ueberzeitschwelle pro Woche definiert wird. Ausgewertet wird sie aber pro Monat, jeweils skaliert mit der Sollzeit des Monats. Das BearbeiterAuswertJahr Objekt für einen Monat enthält die Sollzeit, die Mehrzeit (die sonst überall in Vertec Überzeit heisst) und die Überzeit, das ist der Teil der Mehrzeit, der über der für den Monat hochgerechneten Überzeitschwelle liegt.

Auf dem Report Überzeitauswertung werden diese Angaben ausgewiesen. Er kann auf Bearbeitern ausgeführt werden. Es handelt sich um den einzigen Report, der Überzeit und Mehrzeit unterscheidet.

Verfügbarkeit

Die für die Berechnung relevante Systemeinstellung Wochen Überzeitschwelle ist ab Vertec 6.0 nur noch für bestehende Kunden und nur noch in der Classic App verfügbar, wird also in den neuen Apps und Versionen nicht mehr initialisiert. Diesen Report können Sie deshalb nur in der Classic App verwenden und ab Version 6.0 nur, wenn Sie bereits eine frühere Vertec Version eingesetzt haben.

Aktivierung des Reports

Bei diesem Report handelt es sich nicht um einen Standardreport. Er ist also nicht bereits im Vertec vorhanden, kann aber wie folgt registriert werden:

  • Erstellen Sie im Ordner Einstellungen > Berichtsvorlagen einen neuen Bericht
  • Interner Name: rbBearbUeberzeit
  • Klassen: Projektbearbeiter (Auswahl Bearbeiter über die drei Punkte)
  • Einzelreport

Beispiel einer Überzeitauswertung

Ausgangslage

  • Die Wochen-Sollzeit des Mitarbeiters beträgt: 42:30 h.
  • Die Überzeit-Schwelle in den Systemeinstellungen ist eingestellt auf: 45:00 h.

ueberzeitauswertung.gif

Berechnung der Mehrarbeitszeit

Die Berechnung der Mehrarbeitszeit ist ganz einfach: Ist-Zeit - Sollzeit = Mehrarbeitszeit.

Berechnung der Überzeit

Bei der Berechnung der Überzeit muss man betrachten, wo die Ist-Zeit liegt. Es gibt drei Varianten:

  • Sollzeit <= Ist-Zeit <= Überzeitschwelle. Es gilt: Überzeit = 0. Beispiel Januar + März.
  • Sollzeit < Überzeitschwelle < Ist-Zeit. Es gilt: Ist-Zeit - Überzeitschwelle = Überzeit. Beispiel April.
  • Ist-Zeit < Sollzeit < Überzeitschwelle. Es gilt: Überzeit = (negative) Mehrarbeitszeit. Beispiel Februar.

Detaillierter formuliert heisst das:

  • Ist die Mehrarbeitszeit positiv(die Ist-Zeit ist höher als die Sollzeit), gilt:
    • Ist die geleistete Ist-Zeit kleiner als die Überzeitschwelle, ist klar: der Mitarbeiter hat keine Überzeit geleistet. Überzeit = 0. Beispiel dafür ist der Monat Januar (Sollzeit < Ist-Zeit < Überzeitschwelle).
    • Ist die geleistete Ist-Zeit auch höher als die Überzeitschwelle, gilt die Differenz als Überzeit. In diesem Fall gilt:  Ist-Zeit - Überzeitschwelle = Überzeit. Beispiel dafür ist der Monat April (Sollzeit < Überzeitschwelle < Ist-Zeit). Anmerkung: Die beiden Werte Mehrzeit und Überzeit werden separat berechnet. Im diesem Beispiel beträgt die Mehrzeit 12.30 h, die Überzeit 1.45 h. Die Mehrzeit wird also nicht um die Überzeit vermindert, sondern separat berechnet.
  • Ist die Mehrarbeitszeit negativ(die Ist-Zeit ist kleiner als die Sollzeit), gilt:
    • In diesem Fall gilt der Grundsatz: "Negative Mehrzeit ist immer Ueberzeit(-Kompensation)". Die Überzeit wird also um diesen Wert vermindert. In diesem Fall gilt: Überzeit = (negative) Mehrzeit. Beispiel dafür ist der Monat Februar (Ist-Zeit < Sollzeit < Überzeitschwelle).
      Anmerkung: In diesem Beispiel beträgt die Mehrzeit -4.30 h, die Überzeit ebenfalls -4.30 h, obwohl die Sollzeit natürlich nur einmal um 4.30 h unterschritten wurde. Das ist deshalb so, weil die beiden Werte Mehrzeit und Überzeit separat berechnete Werte sind und nicht zusammengezählt werden. Man muss also einfach separat entweder Überzeit oder Mehrzeit betrachten.

Wie berechnen sich die Saldi?

Saldo Mehrarbeitszeit

Der Saldo für die Mehrarbeitszeit berechnet sich wie folgt:

Saldo Mehrzeit des Vormonats + Mehrarbeitszeit des Monats = Saldo Mehrarbeitszeit.

Im Januar wird nicht der Saldo des Vormonats verwendet, sondern ein sogenannter Mehrzeit-Vortrag von 0:00 dazugerechnet.

Saldo Überzeit

Der Saldo Überzeit berechnet sich ebenfalls so:

Saldo Überzeit des Vormonats + Überzeit des Monats = Saldo Überzeit.

Im Januar wird nicht der Saldo des Vormonats verwendet, sondern der Überzeit-Vortrag (entspricht dem Saldo Dezember des Vorjahres) dazugerechnet.


19.03.2009 | 28.10.2016: Nur in der Classic App und ab Version 6.0 nur noch für bestehende Kunden verfügbar.
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