MWST-Senkung in der Schweiz

Claudio Pietra | 10.10.2017 3 Kommentare
MWST Änderung Schweiz 2018

Bald Vergangenheit – MWST-Satz in Höhe von 8%

Die MWST-Sätze ändern sich in der Schweiz – das erste Mal überhaupt nicht gegen oben, sondern gegen unten, wenn auch vermutlich nur temporär! Der Normalsatz, der auch für fast alle Dienstleistungen gilt, wird von 8% auf 7.7% gesenkt. Was heisst das für Sie als Vertec-Anwender?

Die Vertec-Software ist optimal auf Änderungen der MWST-Sätze vorbereitet. Auch wenn Sie noch eine ältere Version einsetzen, gibt es keinen Grund zu Hektik - in jeder Vertec-Version können die MWST-Sätze einfach geändert werden. Trotzdem lohnt es sich, sich schon vor dem Neujahr 2018 mit dem Thema auseinanderzusetzen – wie Sie am besten vorgehen, entnehmen Sie dem MWST-Artikel in der KB, darin sind auch einige Spezialfälle beschrieben. Auch Ihr Vertec-Betreuer hilft Ihnen bei speziellen Fragen natürlich gerne weiter.

Ich möchte hier noch einige Dinge hervorheben, über die wir nachgedacht haben, seit bekannt ist, dass die MWST-Sätze runtergehen.

  1. Alle Leistungen vor dem 01.01.2018 müssen zu dem alten Satz, 8%, abgerechnet werden, alle Leistungen ab 01.01.2018 zu dem tieferen. Für sämtliche Vertec-Kunden bedeutet das, dass Sie am besten das alte Jahr abrechnen mit einer Rechnung per 31.12.2017 und anschliessend die MWST-Sätze umstellen. Dies ist mit Abstand der einfachste und risikoärmste Weg, mit der MWST-Senkung umzugehen.
  2. Auch bei Pauschalprojekten (z.B. mit Teil- oder Abschlagszahlungen) muss der Anteil, der bis 31.12.2017 geleistet wurden, mit 8% abgerechnet werden – nicht zulässig ist es meiner Meinung nach, eine Schlussrechnung im 2018 zu stellen mit 7.7%, mit der auch Leistungen aus 2017 abgerechnet werden. Es lohnt sich also auch bei Pauschalprojekten, abzurechnen per 31.12.2017 und diesbezüglich mit dem Kunden Kontakt aufzunehmen.
  3. Schwieriger wird die Bewertung, wenn ein Pauschalprojekt mittels Vorschüssen oder Akontozahlungen z.T. oder ganz "vorfinanziert" wurde. Geht das Projekt über Jahresende hinaus, so wird wenigstens ein Teil mit 7.7% verrechnet und am Schluss verbleibt ein Guthaben des Kunden. Vertec ist optimal auf diesen Fall vorbereitet durch die "Ausgeichen"-Funktion auf den Vorschüssen – mehr dazu im Knowledge Base Artikel.

Die MWST-Senkung in der Schweiz kann in Vertec ohne grossen Aufwand umgesetzt werden, als Vertec-Anwender sollten Sie jedoch bald anfangen, sich Gedanken über ihre Projekte und Mandate zu machen und wie Sie diese übers Jahresende 2017/2018 fakturieren können.

3 Kommentare zu «MWST-Senkung in der Schweiz»

  • Reto Hubli | 24.10.2017 um 08:47

    Die Lösung von Vertec ist m.E. nicht befriedigend für Unternehmen, die Projekte über mehrere Perioden abrechnen. Nicht immer ist es möglich, entspannt die Leistungen der alten Periode abzurechnen, weil der Lieferant mit dem Kunden ganz einfach etwas anderes abgemacht hat. Gerade bei Aufträgen mit Pauschalentschädigung geht dies in der Regel nicht, eben gerade, weil mit dem Kunden eine Pauschale vereinbart worden ist. Wenn diese erst am Ende des Projektes fällig wird, ist es m.E. zulässig, diese mit 7.7 % abzurechnen, da ja nicht eine Einzelleistung, sondern eine Pauschale in Rechnung gestellt wird. Hilfreich wäre es, wenn Vertec erfasste Leistungen mit dem zum Zeitpunkt der erfassten Leistung gültigen MWST-Satz versehen könnte. Solange es das nicht gibt, bleibt doch dem Anwender ein Haufen Arbeit bei Erfassung und Kontrolle. Für mich ist die jetzige Lösung nicht befriedigend.

    • Claudio Pietra | 26.10.2017 um 09:18

      Sehr geehrter Herr Hubli

      Vielen Dank für Ihre Rückmeldung! Für die allermeisten Kunden empfehlen wir in der Tat, einfach das 2017 abzuschliessen per 31.12. und dann den Satz umzustellen. Das macht es auch für die Buchhaltung der Kunden unserer Kunden sehr einfach und führt zu keinen komplexen Abgrenzungsfragen.

      Es gibt aber natürlich Vertec-Kunden, die aus diversen Gründen andere, erweiterte Anforderungen haben. Hier bietet die Vertec-Software folgende Möglichkeiten:

      - Auf jeder Vertec-Rechnung kann der MWSt-Typ (und damit der Satz) unabhängig vom aktuell gültigen und beim Projekt/Mandat hinterlegten Typ überschrieben werden. Sie können also tatsächlich ohne grossen Aufwand noch im 2018, wenn der Standardsatz schon längst umgestellt ist, noch reine 8% Rechnungen erstellen.

      - auch gemischte Sätze für Dienstleistungen zum Normalsatz sind möglich und die Standard-Rechnungsausdrucke von Vertec behandeln diese korrekt. Siehe dazu den im Blog erwähnten KB Artikel.

      Ihr Vertec-Betreuer steht Ihnen bei diesen Entscheidungen und allfälligen Anpassungen (zum Beispiel am Rechnungslayout) gerne zur Seite.

      Im B2B Bereich empfiehlt es sich insbesondere für Pauschalprojekte, diese ohne MWSt zu vereinbaren. Das erspart später komplexe Umrechnungsaktionen und faktisch ist ja die MWSt auch nicht Teil eines Honorars, sondern wird von den Unternehmen nur im Auftrag der Steuerverwaltung erhoben. Bei der Fakturierung von Leistungen, die nachweislich im 2017 erbracht wurden, auch wenn diese als Pauschale (ev. inkl. MWSt) fakturiert wird, teile ich Ihre Einschätzung nicht, dass diese nach 01.01.2018 zu 7.7% anstatt 8.0% fakturiert werden dürfen. Hier dürfte es sich lohnen, bei der MWST-Verwaltung einen eindeutigen Entscheid einzuholen.

      Mit herzlichen Grüssen

      Claudio Pietra

  • Roland Hitz | 22.11.2017 um 22:00

    Hinsichtlich der Frage, wann welcher Steuersatz für erbrachte oder noch zu erbringende Lieferungen und Leistungen anzuwenden ist, sei auf die MWSt-Info Nr. 19 (Steuersatzänderung per 1. Januar 2018), => Web-Publikationen EStV, verwiesen. Massgeblich ist demnach grundsätzlich stets der Zeitpunkt bzw. Zeitraum, in dem die Lieferung oder Leistung erfolgt ist bzw. noch erfolgen wird. Das bedeutet, dass gegebenenfalls eine Aufteilung der Umsätze (oder alternativ eben eine Zwischenfakturierung) vorzunehmen ist. Aus diesem Grund ist auf den Rechnungen auch stets der Zeitpunkt bzw. Zeitraum der Lieferung oder Leistung zu vermerken, sofern dieser nicht identisch ist mit dem Rechnungsdatum.

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