Konjunkturpaket in Deutschland: Senkung der Mehrwertsteuer vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020

Erstellt: 04.06.2020, Änderung:
Mehr ansehen

Vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 wird der Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16 Prozent und der ermäßigte Satz von sieben Prozent auf fünf Prozent gesenkt. Der ermäßigte Satz gilt für Waren des täglichen Bedarfs, etwa für Lebensmittel.

Für einen reibungslosen Übergang empfehlen wir folgendes Vorgehen:

  • Rechnungen sauber trennen: Leistungen, Spesen und Auslagen bis Juni 2020 abrechnen und verbuchen. So kann man den alten MwSt.-Satz als Standard-Satz stehen lassen, bis die letzte Rechnung mit alten Leistungen verrechnet ist.
  • Nachdem alle Rechnungen bis Juni 2020 verrechnet sind:
    1. Unter Systemeinstellungen > MwSt. den neuen MwSt.-Typ erstellen mit dem neuen Satz von 16%, bzw. 5%.
    2. Unter Systemeinstellungen > Rechnung / Honorarnote unter Standard MwSt.-Typ den neu erstellten Typ auswählen.
    3. Optional: Unter Systemeinstellungen > MwSt. den alten MwSt..-Typ deaktivieren (Häkchen bei aktiv entfernen), wenn Sie nicht wollen, dass dieser noch zur Auswahl erscheint. Für den Betrieb ist dieser Schritt sonst nicht notwendig.

    Die Umstellung des Standard MwSt.-Typs bewirkt folgendes:

    • Die Projekte und mit ihnen die offenen Leistungen, Spesen, Auslagen und nicht verrechneten Rechnungen schauen auf den Standard MwSt.-Typ, der in den Systemeinstellungen gesetzt ist (derived). Somit übernehmen sie automatisch die neue MwSt., Sie müssen nichts weiter tun.

Spezialfälle

Sie müssen eine alte Rechnung stornieren und wieder verrechnen

  • Stornieren Sie die Rechnung wie gewohnt über den Button Stornieren.
  • Setzen Sie auf der Seite Weitere Info die MwSt. auf den alten Satz. Dieser muss aktiv sein, damit er in der Auswahl erscheint (siehe Schritt 3 oben).
  • Passen Sie die Rechnung an und verrechnen Sie sie wieder.

Sie möchten eine Rechnung nach dem alten Satz verrechnen und haben schon umgestellt

  • Setzen Sie auf der Seite Weitere Info die MwSt. auf den alten Satz. Dieser muss aktiv sein, damit er in der Auswahl erscheint.

Sie haben die MwSt. irgendwo fix gesetzt

  • Überall dort, wo die MwSt. fix gesetzt wurde (erkennbar an der grünen Schrift), passt sie sich nicht mehr dem Standard MwSt.-Typ aus den Systemeinstellungen an. Möchten Sie dort die neue MwSt. verwenden, wählen Sie den neuen MwSt.-Typ wieder fix aus oder löschen Sie den fix gesetzten mit dem X. Die schwarze Schrift zeigt dann an, dass der Standard MwSt.-Typ verwendet wird.

Sie möchten eine Rechnung mit verschiedenen MwSt.-Sätzen erstellen

Dieses Vorgehen empfehlen wir nicht. Wir empfehlen, in diesem Fall zwei separate Rechnungen zu erstellen. Möchten Sie trotzdem verschiedene MwSt.-Sätze auf der gleichen Rechnung verrechnen, müssen Sie folgendes tun:

  • Die alte MwSt. auf den Leistungen, Spesen und Auslagen bis 30.06.2020 fixieren. Das können Sie mit folgendem Script machen: MwStTyp auf Leistungen, Spesen und Auslagen einer Rechnung fixieren.
  • Falls Sie kundenspezifische Word Rechnungsvorlagen verwenden, müssen Sie überprüfen, ob Ihre Rechnungsvorlagen mit unterschiedlichen MwSt.-Sätzen umgehen können. Die von Vertec mitgelieferten Standard Rechnungsreports haben damit keine Probleme und drucken pro MwSt.-Satz eine eigene Zeile.

Einkaufs-MwSt. auf nicht verbuchten Spesen und Auslagen

Falls Sie das Modul Fremdkosten (Kreditoren und Auslagen) einsetzen und/oder mit der Einkaufs-MwSt. auf Auslagen und Spesen arbeiten, lesen Sie bitte den Artikel über die Einkaufs-MwSt. auf Auslagen und Spesen mit neuem Satz.

Was ist, wenn ein Vorschuss, der mit 19% verrechnet wurde, nun für eine 16% Rechnung verwendet wird?

Als Beispiel dient ein Vorschuss von EUR 2.000 mit 19% MwSt., von dem eine Rechnung abgezogen wurde mit 19% MwSt. über EUR 1.000 und die Schlussrechnung dann wieder über EUR 1.000, jetzt aber mit 16% MwSt.

Diese 2. Rechnung erscheint in Vertec wie folgt:

Hier werden wie erwartet die EUR 1.000 mit 16% MwSt. verbucht, und der Bruttobetrag von EUR 1.160 wird aus dem Vorschuss ausgebucht mit 19%. Auch verbucht wird das richtig:

Nun bleibt das Problem, dass der Vorschuss nicht ausgeglichen ist. Es gibt da ein Restguthaben:

Das sind, wenn man die 19% MwSt. dazuzählt, genau die EUR 30 aus dem obigen Beispiel. Was geschieht nun mit den EUR 30 Guthaben des Kunden? Vertec kennt dafür die Ausgleichen Funktion:

Erstellt man nun eine Rechnung, so wird der Betrag korrekt ausgebucht: